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Wahlrecht ab 16

Jugendbeteiligung in NRW scheinbar nicht gewünscht
Dank Fraktionsvorsitzenden bleibt jungen Menschen in NRW ein Grundrecht weiterhin verwehrt


Düsseldorf. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Nordrhein-Westfalen hat mit großer Verärgerung wahrgenommen, dass die geplanten Änderungen der Landesverfassung zur Absenkung des Wahlalters in NRW auf 16 Jahre vorerst gescheitert scheinen. Die katholischen Jugendverbände haben keinerlei Verständnis für diese Absage an eine direkte Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungsprozessen.
 
„Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, jungen Menschen das Wahlrecht vorzuenthalten“, stellt Kerstin Stegemann, ehrenamtliche Landesvorsitzende des BDKJ NRW fest. Die katholischen Jugendverbände sind davon überzeugt, dass junge Menschen besonders dann für Politik begeistert werden können, wenn sie möglichst früh daran teilhaben und diese mitbestimmen dürfen. „Dazu muss das willkürlich auf 18 Jahre festgelegte Wahlalter aus unserer Sicht dringend auf 16 Jahre gesenkt werden“, fordert der BDKJ-Landesvorstand.

Der BDKJ NRW beklagt, dass bereits viel zu lange Politik über die Köpfe junger Menschen hinweg gemacht wurde, und fordert von politischen EntscheidungsträgerInnen, diese Zielgruppe zukünftig deutlich stärker zu beachten. Die Ergebnisse der vergangenen U18-Wahlen beweisen deutlich, dass unter 18-Jährige keinesfalls zu einem radikalen Wahlverhalten neigen. „Die Unzufriedenheit der jüngeren Wählerinnen und Wähler mit den großen Volksparteien sollten diese vielmehr als Aufforderung verstehen, junge Menschen stärker als Zielgruppe zu begreifen und in ihrem politischen Handeln auf deren Interessen einzugehen“, so Stegemann.

Die Senkung des Wahlalters ist ein entscheidender Schritt in diese Richtung. „Um jungen Menschen zu helfen, sich Gehör zu verschaffen, muss Politik ihnen eine Stimme geben", ergänzt Sarah Primus, Landesvorsitzende des BDKJ NRW.

Der BDKJ NRW fordert die Verantwortlichen der Parteien auf, ihre Positionen zu überdenken und zum Wohle junger Menschen in unserem Land beizutragen. Die Diskussionen um die geplanten Änderungen der Landesverfassung müssen sachlich geführt werden und dürfen nicht von
politischem Kalkül bestimmt werden. Der BDKJ NRW bedauert, dass die Spitzen der CDU und FDP sich trotz zahlreicher Angebote nicht zu Diskussionen mit den Vertreterinnen und Vertretern der katholischen Jugendverbände bereit erklärt haben. Gerne ist der BDKJ NRW weiterhin zu Gesprächen bereit.

Derzeit prüft der Landesvorstand weitere Schritte, wie beispielsweise eine Volksinitiative, um noch Möglichkeiten zu schaffen, jungen Menschen zu ihrem Recht auf Wahlen zu verhelfen.

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Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist der Dachverband von 15 katholischen Jugendverbänden in Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 284.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

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