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Offener Brief

Liebe Verantwortliche in Kirche, Staat und Gesellschaft,
liebe Mandatsträgerinnen und Mandatsträger,
liebe Nachbarn,
liebe Menschen!

Was ist nur los in der Welt? Wir sind tief betroffen und verunsichert. Wir kommen nicht mehr hinterher unsere Ängste, Befürchtungen, Anteilnahme und Wünsche in  geeigneter Form zum Ausdruck zu bringen.

Hier wieder ein Anschlag, dort verhungern Menschen, da brennen Flüchtlingsheime, überall ist Krieg, sexuelle Übergriffe in der Öffentlichkeit. Der Rechtsstaat hat scheinbar keine Autorität mehr.
Rechts- und Linksextreme, Idioten und Wutbürger agieren in einem scheinbar rechtsfreien Raum. Die Gerichtsbarkeit ist überlastet. Rechts- und rückwärtsgerichtetes Gedankengut ist gesellschaftsfähig und politisch alltagsgestaltend. Jedes (persönliche) Schicksal wird instrumentalisiert, jeder schaut auf sich. Niemand traut mehr den Medien, aber eine sachliche Berichterstattung will auch keiner lesen. Der Gedanke der Solidarität schwindet. Die Politik scheint machtlos und wirkt getrieben von Unruhestiftern und harten Worten. Es gibt kaum noch ein Verständnis vom Großen und Ganzen. Die EU macht da keine Ausnahme und steht mit geschlossenen Grenzen und ohne gemeinsame Strategien kurz vor dem Auseinanderbrechen.

Mitten drin sind wir, die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen! Verunsichert und fast sprachlos. Auf der Suche nach unserer eigenen Identität und Zukunft. Im Streben nach einem selbstbestimmten und leistbaren „normalen“ Leben in Frieden, mit Kultur, Bildung und Meinungsfreiheit auf einer werteorientierten Basis. Aber dieser Traum scheint nur ein unerreichbarer Traum zu sein. Auf uns warten riesige Herausforderungen, schlecht bezahlte und befristete Jobs die ein familienfreundliches Leben in weite Ferne rücken lassen, ein politisches System, das sich selbst zerfleischt und Kriege in aller Welt hinnimmt, weil Waffen und Ressourcen für Einzelne einfach ein lohnendes Geschäft bleiben, eine zerrüttete Gesellschaft, die scheinbar in Teilen verlernt und vergessen hat, was vor über 70 Jahren in Deutschland los war, was es bedeutet in einem sicheren Land zu leben, was für einen Wert Gemeinschaft und Solidarität in Frieden haben! Dazu eine Umwelt die, von uns „kultiviert“, uns immer öfter aufzeigt wer am Ende der Stärkere ist.

 

Fordert keine Politik der großen Gesten zur bloßen Löschung der akuten Brände. Atmet durch und fangt wieder an konstruktiv eine Gesellschaft und Welt zu formen, in der jeder einzelne von uns eine Chance hat und nicht Krieg und Hass alles zerstören. Schaut euch die großen Zusammenhänge an! Füllt Frieden, Toleranz, Integration, Zukunftschancen und Gemeinwohl mit Inhalt und streitet für unser Leben! Seid bitte wieder Vorbilder mit Haltung statt kurzsichtige Kamikazepiloten. Dann können wir gemeinsam  an einer Zukunft bauen, die es Wert ist so genannt zu werden.

Der BDKJ Diözesanverband Essen

 

Den Brief im Video findet ihr hier

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