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Kinderschutz

Katholische Kinder- und Jugendarbeit bietet Kindern und Jugendlichen einen Raum, in dem sie ihre Persönlichkeit entwickeln können und gute, sinnvolle und unverzweckte Freiräume gestalten können. Eine der tragenden Säulen in der Arbeit der katholischen Kinder- und Jugendverbände ist daher schon lange der Bereich „Kinder- und Jugendschutz“. Wie die zahlreichen Fälle, in denen Kinder und Jugendliche in Familien oder in pädagogischen und kirchlichen Einrichtungen körperlich, seelisch und insbesondere auch sexuell misshandelt wurden aber zeigen, ist es weiterhin wichtig, diesem Bereich ein besonderes Augenmerk zu schenken, damit Kinder und Jugendliche sicher und in einer respektvollen Umgebung aufwachsen können und lernen, sich für ihre Rechte einzusetzen.

In den letzten Jahren hat sich hier sowohl innerkirchlich als auch gesellschaftspolitisch vieles verändert:

Änderung des Bundeskinderschutzgesetzes (BKischG):

Eine der wohl gravierendsten Neuerungen war die Neufassung des §72a BKischG, die, vereinfacht gesagt, die Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen von allen verlangt, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Der BDKJ möchte einen Generalverdacht gegenüber allen in diesem Bereich Tätigen vermeiden und sieht aus verschiedenen Gründen die Einsichtnahme in Führungszeugnisse nicht als (alleinigen) Lösungsweg.

Um weiterhin eine ehrenamtsfreundliche Praxis zu ermöglichen spricht sich der BDKJ daher dafür aus, die Einsichtnahme nicht pauschal vorzunehmen, sondern nach Art und Intensität des Kontaktes zu den Kindern und Jugendlichen zu unterscheiden. Damit ein „Flickenteppich“ verschiedenster Regelungen und Vereinbarungen vermieden wird und auch Stadt- bzw. Kreisübergreifende Kooperationen und Aktionen einfach umsetzbar sind, hat der BDKJ NRW gemeinsam mit den Landesjugendämtern Mustervereinbarungen erarbeitet, die wir als Grundlage für eigene Vereinbarungen in den Kommunen empfehlen.

Im Folgenden findet ihr einige Arbeitshilfen sowie die Vereinbarungen:

Arbeitshilfe Führungszeugnisse für Jugendhilfeausschüsse

Informationen zu Führungszeugnissen für Leiter/innen vor Ort

Bei der Ausarbeitung der Vereinbarungen zur Einsichtnahme von erweiterten polizeilichen Führungszeugnissen zwischen den Jugendämter und den Jugendverbände begleiten wir Euch gerne, und bitten Euch mit uns Kontakt aufzunehmen.
 

Präventionsordnung des Bistums Essen:

Als innerkirchliche Konsequenz wurden in allen deutschen Bistümern Präventionsordnungen veröffentlicht, die als Grundlage gelten (Hier findet ihr die Präventionsordnung für das Bistum Essen, die Ausführungsbestimmungen und eine Zusammenfassung beider Dokumente).

Seitens der Präventionsordnung gibt es drei wichtige Elemente, die beachtet werden müssen:

-     Präventionsschulungen:
Jede/r in der Kinder- und Jugendarbeit tätige Person muss eine Präventionsschulung nach Maßgabe des Bistums besuchen. Nach der neuen Präventionsordnung wurde die Selbstverpflichtungserklärung  durch den Verhaltenskodex, der Bestandteil des institutionellen Schutzkonzeptes ist, abgelöst. Solange ein institutionelles Schutzkonzept im Verband noch nicht verabschiedet wurde, ist die Selbstverpflichtungserklärung noch zu unterschreiben Der Umfang der Schulung richtet sich nach der Art der Tätigkeit. Die meisten unserer Mitgliedsverbände bieten hierzu eigene Schulungen an. Nähere Informationen erhaltet ihr direkt bei eurem Verband.
Für diejenigen, die an einer Schulung ihres Verbandes nicht teilnehmen konnten, bietet der BDKJ in Kooperation mit der Arbeitsstelle Jugendpastoral des Bistums Essen zwei zentrale Präventionsschulungen pro Jahr an, die sich an ehrenamtlich engagierte Kinder- und Jugendgruppenleiter wenden. Weitere Infos findet ihr unter: http://www.bdkj-dv-essen.de/ausbildung

Auf Anfrage vermitteln der BDKJ Diözesanverband Essen und die Arbeitsstelle Jugendpastoral Schulungsreferenten für Präventionsschulungen in eurer Leiterrunde. Alle Referenten verfügen über eine Grundqualifikation im Bereich Pädagogik und Arbeit mit Gruppen, mehrjährige Berufserfahrung in der Jugendpastoral und haben die Berechtigung Schulungen und Informationsveranstaltungen entsprechend der Präventionsordnung und des Rahmenkonzeptes des Bistums durchzuführen.

Bei Anfragen wende Dich an den BDKJ Diözesanverband, Tel.: 0201/2204-256 oder Karin Köster in der Arbeitsstelle.

-     Institutionelles Schutzkonzept:
Alle Verbände und Organisationen müssen ein eigenes, individuelles Institutionelles Schutzkonzept erarbeiten. Da dies für viele nicht alleine leistbar ist bzw. mehrfache Arbeit bedeuten würde, gibt es beim BDKJ eine AG Prävention, die zurzeit ein modellhaftes Schutzkonzept erarbeitet, welches den Verbänden anschließend als Vorlage dienen soll.


-     Erweiterte Führungszeugnisse:
Auch das Bistum verlangt, dass zukünftig ein Erweitertes Führungszeugnis vorzulegen ist. Wir sind sehr froh, dass hier für die Vorlage die gleichen Unterscheidungen und Einordnungen nach Art und Intensität des Kontakts festgelegt wurden, die wir auch auf gesellschaftlicher Ebene empfehlen.

 

Weitere Materialien:

Baustein für Ortsgruppen: "Elternabend zum Thema Kinder und Jugendliche stark machen - sexualisierte Gewalt vermeiden!" (PDF)

Kontakte 

Beratungsstellen

 

Weiterführende Links:

http://www.kinderschutzbund-nrw.de/

http://www.bag-jugendschutz.de/

http://www.missbrauch-opferratgeber.de/

http://www.ajs.nrw.de/ 

http://www.dbjr.de/

Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz: http://www.thema-jugend.de/

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